IWP AG

21. November 2011 12:26 1 Kommentar

Interview mit Volker Wendland – Vorstand der IWP AG

Donnerstag, den 24.11.2011 – 13:22 / DBTV – Wirtschaftsredaktion Michael Assen

(DBTV) Herr Volker Wendland, wie würden Sie ihre Dienstleistung und ihre aktuelle Mittelstands-Initiative “Mehr Liquidität für den Mittelstand” beschreiben? Ist dies ein Not-Hilfeprogramm für in Not geratene Unternehmen in Deutschland oder eines jener Programme an den nur einer verdient – nämlich die Berater?

(VW) Die beste Liquidität ist die eigene, die schlechteste Liquidität ist die von Dritten, also Banken oder Kapitalgebern zumeist in Form von verzinslichen Darlehen. Aus vielen Beratungsmandaten haben wir gelernt, das die Liquiditätspotentiale, die das Unternehmen aus sich heraus generieren kann, oftmals unterschätzt oder nicht gesehen werden. Hier setzen wir an und finanzieren unsere Beratungsleistung aus dem zusätzlich gewonnenen Ertrag. Insofern ist unsere Beratung für alle Unternehmen sinnvoll. Ob notleidend oder erfolgreich – jedes Unternehmen kann zusätzliche Ertragspotentiale bei gleicher oder besserer Qualität gebrauchen. Niemand kann sich dauerhaft erlauben Potentiale zu ignorieren und den Marktbegleitern damit Chancen auf Wachstum zu ermöglichen.

(DBTV) Es gibt eine TV Sendung zu diesem Thema, wo Sie in einem konkreten Projekt bei der Firma BLF-Gruppe in Velbert die Liquidität um über 1,1 Mio. Euro steigern konnten und das ohne Entlassungen sowie Einschnitt in vorhandene Geschäftsbereiche. Wie ist so was möglich und mit welchen Kosten und Risiko ist dies für das Unternehmen verbunden?

(VW) Unternehmen konzentrieren sich zu Recht auf ihre Kernkompetenzen. Kosten entstehen nicht von selber – sie werden eingekauft. Die Kosten, mit denen sich ein Unternehmen regelmäßig beschäftigt, sind in der Regel auch nicht im Fokus. Wir kümmern uns um die C-Themen, die Krümel also. Hier braucht es Methodik, Verfahren, Daten, besonderes Fachwissen und Erfahrung. Dies zu bevorraten macht für die Unternehmen keinen Sinn, da es nicht regelmäßig genutzt wird. Dennoch sind es Potentiale, die wie im Fall der BLF-Gruppe – übrigens ein sehr erfolgreiches Unternehmen – am Ende in der Summe doch einen signifikanten Betrag darstellen. Deswegen empfehlen wir diese Potentiale regelmäßig durch uns überprüfen zu lassen, da sonst das Tagesgeschäft leiden würde, für das dann keine Zeit bleibt.

(DBTV) Wenn man auf die iwp ag Internet-Seite geht, bieten Sie ihren Kunden ein breites Leistungsspektrum an - so viel Know-how können Sie doch unmöglich allein abdecken. Wie sind Sie in den einzelnen Bereichen aufgestellt?

(VW) Natürlich können auch wir nicht alles wissen. Das brauchen wir auch nicht. Wie ein Hausarzt besprechen wir mit unseren „Patienten“ die Situation und ziehen nach Erfordernis die entsprechende Spezialisten – unsere iwp Partner – zu Rate. Diese Teams stellen wir nach den Anforderungen, die sich aus dem Projekt ergeben, zusammen. Wir wollen im Sinne unserer Kunden nur die Besten. Damit haben unsere Mandanten mit der iwp einen kompetenten Ansprechpartner der auch die gesamte Verantwortung für das Projekt trägt und trotzdem die besten Spezialisten, die am Markt verfügbar sind. Das ist nämlich in unser beider Interesse. Und dieses Marktwissen, wer die aktuell leistungsfähigsten Know-How Träger sind, bringen wir zu unserer eigenen Expertise zusätzlich mit.

(DBTV) Es ist hinreichend bekannt, das wir immer noch unter den Folgen der Wirtschaftskrise stehen und eine ausreichende Liquidität für Unternehmen mitunter eine wichtige Rolle in der Wettbewerbsfähigkeit spielt. Wie sehen Sie die Rolle um die Verantwortung der deutschen Banken. Immer wieder hören wir aus dem Mittelstand, dass frisches Geld für Investitionen den Ausbau von Infrastruktur nur sehr zögerlich oder bis gar nicht gewährt wird.

(VW) Auch Banken müssen sich refinanzieren und werden selber „gerated”. So wie es schon immer die Fragen zur  Kreditwürdigkeit und -fähigkeit auch die Unternehmen gegeben hat. Über die Jahre sind jedoch die Anforderungen, um sich für Kredite zu qualifizieren, erheblich gestiegen. Ein erster Schritt der Verschärfung war Basel 2. Nun kommt Basel 3 und wird in der Konsequenz dazu führen, das es wieder weniger Geld bei höheren Anforderungen an den Schuldner und gleichzeitig auch noch zu teureren Bedingungen geben wird. Umso wichtiger ist es seine Eigenkapitalquote und Ertragssituation zu verbessern. Da es nur ganz wenige Unternehmen gibt, die ohne Fremdkapital auskommen, trifft dieses Thema jedes Unternehmen. Deswegen werben wir so für die Idee der Steigerung der inneren Liquidität. Zumal wir aus vielen Mandaten wissen, dass es immer zu Verbesserungen geführt hat. Ist ja auch logisch.

(DBTV) Wie sehen Sie den deutschen Mittelstand im Internationalen Vergleich? Ist man hier gut aufgestellt und stimmen die politischen Rahmenbedingungen?

(VW) Gute Frage. Ich denke, dass wir gerade erst anfangen zu verstehen, welche Herausforderungen die Globalisierung gerade für den Mittelstand ist. Zeitgleich sehen wir eine „Verbürokratisierung“ der Wirtschaft, die in diesen schwierigen Zeiten die Aufmerksamkeit der Unternehmer auf immer mehr Randthemen lenkt. Da sind nach meiner Erfahrung andere Länder durchaus hemdsärmeliger und zielorientierter. In Deutschland mag man sich als Politiker scheinbar nur ungern wirtschaftsnah zeigen und wenn, dann nur mit den Großen. Das läuft in anderen Ländern z.B. den USA oder in Asien deutlich anders. Ich bin sicher, dass die Schnellen die Langsamen fressen werden und insofern sehe ich auch eine große Gefahr für die Mittelständischen Unternehmen. Anstatt sich auf Märkte und innovative Ideen zu konzentrieren, gilt es noch mehr Vorschriften beachten.

Der deutsche Mittelstandsunternehmer war und ist nach meiner Überzeugung der eigentliche Motor und Innovator der deutschen Wirtschaft. Dennoch wird er aber nicht als Systemträger gesehen und ist damit im Vergleich zu den großen international agierenden Konzerne und die Unterstützung die diese erhalten, eigentlich der Dumme und nützliche Idiot. Dem deutschen Mittelstandsunternehmer fehlt die Lobby und er ist wenig sexy für machtbewusste Politik.

Dennoch  wird von ihm erwartet, dass er sich aufstellt, als wenn er über riesige Stäbe und Fachabteilungen verfügen könnte. Das macht mich oftmals sehr traurig mit anzusehen, wie man dem eigentlichen Träger des Systems oftmals sicherlich auch aus Unkenntnis Knüppel zwischen die Beine wirft. Die „Animal Farm“ lässt grüßen.

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