Wohin mit dem alten Styropor?

Dachdecker fordern praktikablere Entsorgung und das sofort.

Die Dachdeckerbranche ist wütend. „Das, was da in staatlichen Büros verbrochen wurde, hat mit der Praxis nichts oder nur wenig zu tun.“ Die Initiative HBCD-Styropor.de, spielt auf den Erlass des Hessischen Umweltministeriums an. Danach können pro Tonne gemischter Baustellenabfall 0,5 Kubikmeter mit HBCD-belastetes Polystyrol enthalten sein. Das ist ein voluminöser Kunststoff, der als Dämmstoff in der Bauwirtschaft eingesetzt wird. „Das ist nicht praktikabel“, klagen die hinter der Initiative stehenden Handwerkebetriebe an. Denn wo dieser Dämmstoff abgerissen werde, falle kaum sonstiger Bauabfall zum Mischen an.

Anfang des Übels war eine Änderung der sogenannten „Persistent Organic Pollutants“(POP)-Verordnung, die im September vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Sie besagte, dass mit HBCD-belastete Dämmstoffe als „gefährlicher Abfall“ einzustufen und aus dem Wirtschaftskreislauf auszuschleusen sind. Das bedeutete in der Praxis, dass solche Dämmabfälle nicht mehr auf allgemeinen Bauschuttdeponien deponiert werden und in Müllverbrennungsanlagen (MVA) nur dann verbrannt werden durften, wenn diese eine Genehmigung dazu hatten.

Im Oktober 2016 waren das jedoch nur die MVA in Kassel und das Müllheizkraftwerk in Frankfurt, das auf Wunsch des hessischen Umweltministeriums die Genehmigung beantragt hatte, um einen Entsorgungsnotstand zu vermeiden.

Bundesrat muss Fehlentscheidung zu HBCD-Problematik aus 2016 sofort korrigieren.

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