Wirtschaftliche Lage der privaten Rundfunkanbieter in Bayern 2014/15

Quelle: DBTV

Die privaten Hörfunkanbieter in Bayern, die insgesamt 70 lokale, 11 landesweite und 8 bundesweite Programme verbreiten, erwirtschafteten im Jahr 2014 Gesamteinnahmen in Höhe von 151 Mio. Euro und damit ein deutliches Umsatzplus von rund 13 Mio. Euro gegenüber 2012. Der Kostendeckungsgrad stieg im Zweijahresvergleich um 4 Prozentpunkte auf 118 Prozent.

Auch die regionalen Fernsehanbieter, darunter 16 lokale, 2 landesweite und 10 Spartenprogramme, konnten ihre Umsätze 2014 gegenüber 2012 um 6,6 Mio. Euro auf rund 50 Mio. Euro steigern. Der Kostendeckungsgrad stieg im Vergleich zu 2012 um ebenfalls 4 Prozentpunkte und erreichte 2014 mit 100 Prozent ein kostendeckendes Betriebsergebnis. Dies sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2014/15“, die von neun Landesmedienanstalten in Auftrag gegeben wurde.

Lokaler Hörfunk mit Rekordumsatz

Die lokalen Hörfunkanbieter konnten ihre Einnahmen im Vergleich zu 2012 von 90,4 Mio. Euro auf den Rekordwert von 95,3 Mio. Euro steigern. Der lokale Hörfunk kommt damit auf einen Kostendeckungsgrad von 111 Prozent. Den größten Umsatzzuwachs erzielten die landesweiten Hörfunkanbieter mit einer Steigerung von 33,8 Mio. Euro im Jahr 2012 auf 42,9 Mio. Euro 2014. Sie erreichten damit einen durchschnittlichen Kostendeckungsgrad von 143 Prozent. Die bundesweiten Radioanbieter erzielten mit Erträgen von 13,0 Mio. Euro und Kosten von 11,9 Mio. Euro 2014 einen Kostendeckungsgrad von 109 Prozent.

Bei den lokalen Hörfunkanbietern bilden die lokalen Werbeerlöse mit rund 58 Prozent weiterhin die tragende Säule des Geschäftsmodells. Rund 20 Prozent der Einnahmen kommen aus überregionaler Werbung. Durchschnittlich 1,3 Prozent der Umsätze der privaten Hörfunkanbieter werden derzeit mit Online-Werbeumsätzen generiert. Für das Jahr 2014 erwarten die privaten Hörfunkanbieter in Bayern einen Rückgang der Einnahmen von 1,1 Prozent und eine Kostensteigerung von 1,7 Prozent, so dass der Kostendeckungsgrad voraussichtlich von 118 auf 115 Prozent fallen wird.

Lokales Fernsehen nahezu kostendeckend

Mit Erträgen von 36,2 Mio. Euro und Kosten von 36,8 Mio. Euro hat sich die wirtschaftliche Lage des lokalen Fernsehens in Bayern verbessert. Der Kostendeckungsgrad im lokalen Fernsehen stieg damit von 94 Prozent im Jahr 2012 auf 99 Prozent im Jahr 2014. Die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage des lokalen Fernsehens bestätigt den Aufwärtstrend, den auch die Zuschauerzahlen in der Funkanalyse Bayern durch die verbesserte Empfangbarkeit über Satellit gezeigt haben. Mit einer Steigerung der Werbeeinnahmen von 13,4 Mio. Euro auf 15,7 Mio. Euro (plus 17,2 Prozent) resultieren nunmehr 42 Prozent der Einnahmen aus Werbung. Der Anteil aus Technik- und Programmförderung und dem Finanzierungsbeitrag von RTL liegt bei 36 Prozent. Die sonstigen Umsätze in Höhe von 22 Prozent beinhalten u.a. Einnahmen aus Spotproduktionen, Auftragsproduktionen und Veranstaltungen. Für 2015 erwarten die Anbieter ein Ansteigen des Umsatzes um 2,1 Prozent auf 36,9 Mio. Euro.

Unterschiedliche Entwicklungen bei den Beschäftigten

Insgesamt waren im Jahr 2014 582 Mitarbeiter bei lokalen Fernsehveranstaltern angestellt (2012: 607 Mitarbeiter). Der Anteil der festangestellten Mitarbeiter liegt bei 76 Prozent. Beim landesweiten Fernsehen und den lokalen Spartenanbietern waren insgesamt 178 Mitarbeiter beschäftigt. Im überregionalen Hörfunk in Bayern waren im Jahr 2014 342 Mitarbeiter tätig, im lokalen Hörfunk 1.475. Die Anzahl der Beschäftigten ist damit im überregionalen Hörfunk gegenüber 2012 um 23 Mitarbeiter gestiegen, im lokalen Hörfunk um 54 Beschäftigte.

Schneider: Wirtschaftliche Entwicklung des lokalen und landesweiten Rundfunks zufriedenstellend

BLM-Präsident Schneider: „Mit der wirtschaftlichen Entwicklung im lokalen und landesweiten Rundfunk in Bayern können wir aktuell zufrieden sein. Die bayerischen Hörfunkanbieter konnten ihre Position im medialen Wettbewerb gut behaupten. Sowohl der lokale als auch der landesweite Hörfunk konnten ihre Umsätze steigern. Beide erreichen nach wie vor eine gute bis sehr gute Rentabilität. Die Erhöhung auf der Kostenseite geht vor allem auf die verbesserten Gehälter der Mitarbeiter zurück und ist aus meiner Sicht positiv zu bewerten. Gleiches gilt für die Erhöhung der Anzahl der Beschäftigten.

Erfreulich ist auch, dass die privaten Hörfunkanbieter in Bayern im bundesweiten Vergleich weiterhin wirtschaftlich führend sind. Im lokalen Fernsehen macht sich die bessere Versorgung durch die erweiterten Satellitenkapazitäten inzwischen bemerkbar, die erstmals seit 2010 eine fast vollständige Kostendeckung ermöglicht hat. Dennoch stehen die Sender nach wie vor in der Pflicht, alle Anstrengungen zu unternehmen, um ihre wirtschaftliche Situation auf Basis der deutlich verbesserten technischen Reichweiten weiter aus eigener Kraft zu verbessern.“