Werner-von-Siemens-Ring für Tunnelpionier Martin Herrenknecht

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(c) Der Werner-von-Siemens-Ring zeichnet Lebensleistungen in den Technikwissenschaften aus und wird seit 1916 verliehen. Er ist mit Smaragden und Rubinen besetzt, die Lorbeerblätter und -früchte darstellen, und wird in einer künstlerisch gestalteten Kassette aufbewahrt, die außen das Bildnis von Werner von Siemens trägt und eine Widmung des Preisträgers trägt.

(c) Foto: Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht. Stiftung Werner-von-Siemens-Ring/Herrenknecht AG.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Nobelpreisträger Stefan Hell würdigen Preisträger

Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring hat am Dienstag Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht den Werner-von-Siemens-Ring verliehen. Damit ehrt sie sein herausragendes Lebenswerk rund um die technischen Entwicklungen gigantischer Tunnelbohrmaschinen.

Über die Person – 24. Juni 1942 in Lahr/Schwarzwald

Der Werner-von-Siemens-Ring wird für herausragende Lebensleistungen an Persönlichkeiten verliehen, die wie Werner von Siemens bedeutende technische Innovationen unternehmerisch umgesetzt und zum Erfolg geführt haben – und das mittlerweile seit 100 Jahren.

Anlässlich der Festveranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, an der 250 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft teilnahmen, betonte Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in seinem Grußwort, wie wichtig der Übergang neuer Forschungsergebnisse und Technologien in marktfähige Produkte ist: „Damit bei uns auch in Zukunft Maßstäbe mit innovativen Produkten gesetzt werden, brauchen wir starke Forschungseinrichtungen, starke Unternehmen und einen regen Austausch. Als Erbauer der größten Tunnelbohrmaschinen der Welt ist Dr. Martin Herrenknecht in diesen Bereichen ein Vorbild: Er ist Erfinder und Gründer, Technikpionier und Unternehmer.“

Prof. Dr. Manfred Nußbaumer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Ed. Züblin AG, ergänzte in seiner Laudatio: „Herrenknechts Aufstieg zum Weltmarktführer im Bau und Einsatz von Tunnelbohrmaschinen ist mehr als eine unternehmerische Erfolgsgeschichte über vier Jahrzehnte. Martin Herrenknecht ist ein außerordentlich begabter Ingenieur, der mit großem Fleiß und der Fähigkeit zu großer Ausdauer ausgestattet ist.“

Auch Bundespräsident Joachim Gauck würdigte den Ringträger: „Ich freue mich sehr, dass die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring in diesem Jahr eine Persönlichkeit ehrt, der wir beeindruckende Verbindungen zu verdanken haben. Darin spiegeln sich Erfindergeist und Unternehmergeist eines Ingenieurs, der nach dem Motto handelt: ‚Man darf nie stehen bleiben‘.“

Das Unternehmen von Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht ist weltweiter Technologie- und Marktführer und liefert modernste Tunnelbohranlagen für alle Baugründe und in allen Durchmessern. Beim Jahrhundertprojekt Gotthard-Basistunnel bohrten und sicherten vier Herrenknecht-Tunnelbohrmaschinen. Im Jahr 2015 wurde mit dem erfolgreichen Durchbruch des Eurasia-Straßentunnels in Istanbul ein weiterer historischer Meilenstein erreicht. Noch nie zuvor ist ein so großer, leistungsfähiger Tunnel unter derart extremen Bedingungen unter Wasser gebaut worden.

Der Werner-von-Siemens-Ring wird seit 100 Jahren verliehen. Jeder Ring ist dabei wie sein Träger ein Unikat. In diesem Jahr wurde der Werner-von-Siemens-Ring von Michael Berger aus Düsseldorf gestaltet. Zur Preisverleihung wurden auch die drei ersten Werner-von-Siemens-Ringe von Carl von Linde (1916), Carl Auer von Welsbach (1920) und Carl Bosch (1924) gezeigt. Der Werner-von-Siemens-Ring und die damit verbundene Goldschmiedekunst schlagen eine Brücke von der jahrtausendealten Technik der Metallbearbeitung zu aktuellsten Hightech-Entwicklungen. Die Stiftung verbindet die Träger des Werner-von-Siemens-Rings mit dem technischen Forschungsnachwuchs von heute – den Leistungsträgern von morgen.