Was wollen Unternehmen mit Content Marketing erreichen?

Quelle: obs/news aktuell GmbH/Kerstin Kriesel

PR-Trendmonitor: Nur ein Viertel der deutschen Pressestellen will mit Content Marketing zusätzliche Leads und Umsätze generieren.

Die deutsche Kommunikationsbranche gibt sich idealistisch. Nur etwa ein Viertel der Pressestellen und PR-Agenturen will mit Hilfe von Content Marketing zusätzliche Leads generieren und Umsätze steigern. Die Prioritäten liegen woanders: In erster Linie will die Branche Relevanz erzeugen, ihr Image verbessern und die Kundenbindung erhöhen. Das zeigt der PR-Trendmonitor 2015 von news aktuell und Faktenkontor.

Demzufolge betreiben bereits mehr als die Hälfte aller Unternehmen Content Marketing (51 Prozent). Die PR-Agenturen liegen noch weiter vorn. Knapp zwei Drittel von ihnen sind bereits aktiv (60 Prozent), jede Siebente ist außerdem in der Planung (15 Prozent). Allerdings hat nicht immer die Pressestelle eines Unternehmens den Hut auf, wenn es um Content Marketing geht. Nur bei gut einem Drittel der deutschen Firmen steht die Kommunikationsabteilung in der Verantwortung (37 Prozent). Bei knapp der Hälfte sind es die Marketingexperten (47 Prozent). Interessant auch: Bereits fast jedes zehnte Unternehmen hat eine eigene Abteilung fürs Content Marketing aufgebaut (neun Prozent).

Laut PR-Trendmonitor steht bei Unternehmen „Relevanz erzeugen“ ganz oben auf der Agenda für das Content Marketing (44 Prozent). PR-Agenturen dagegen wollen in erster Linie „Themenführerschaft erobern“ (46 Prozent). Erstaunlich ist, dass nur etwa ein Viertel der Unternehmen und PR-Agenturen für die Vertriebsabteilung konkrete Leads generieren will (25 Prozent / 28 Prozent). Etwa ebenso wenig Firmen und Agenturen wollen mit Hilfe von Content Marketing für wachsende Umsätze sorgen (20 Prozent / 29 Prozent).

Weitere Ergebnisse des PR-Trendmonitors:

– Krisen-PR: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen und PR-Agenturen meint, dass Social Media die Gefahr einer Kommunikationskrise erhöht (67 Prozent / 74 Prozent).

– Unternehmen schätzen ihre fachliche Expertise in Krisenfällen größer ein als die PR-Agenturen. Knapp zwei Drittel der Unternehmen sagen, die eigene fachliche Expertise ist „gut“ oder „sehr gut“ (61 Prozent). Der gleichen Meinung sind bei den PR-Agenturen allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent), wenn sie nach der Krisenkompetenz ihrer wichtigen Kunden gefragt werden.

– YouTube ist für etwa zwei Drittel der Befragten das Soziale Netzwerk mit dem größten Potenzial. 58 Prozent der Pressestellen und 65 Prozent der PR-Agenturen sagen, dass die Videoplattform in den nächsten zwölf Monaten an Bedeutung für die PR-Arbeit gewinnen wird. Auf Rang zwei steht Twitter (Pressestellen: 48 Prozent, PR-Agenturen: 42 Prozent), nur ganz knapp gefolgt von Instagram (40 Prozent, 47 Prozent).

– Ein zu kleines Team für zu viele Aufgaben: Das ist der Hauptgrund für Frust in den Presseabteilungen der Unternehmen. 40 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Fülle der Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend bewältigen können. Bei den PR-Agenturen sieht es anders aus: Hier sorgt der Mangel an Budget für den größten Frust (35 Prozent).

– Großen Nachholbedarf haben die deutschen Manager anscheinend in der Kommunikation mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Disziplin wird von den Beschäftigten in den Pressestellen am schlechtesten bewertet. Nur jeder zehnte (neun Prozent) hält die interne Kommunikation seiner Chefs für sehr gut. Bestnoten gibt es aber dagegen für die Kundenkommunikation (33 Prozent „sehr gut“).

– Häufigster Grund, die Zusammenarbeit mit dem Management negativ zu sehen, ist die Beobachtung, dass die Chefetage alles kontrollieren will. Gut ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pressestellen sagt, dass dies „häufig“ vorkomme (27 Prozent). Auf Platz zwei folgen zu späte Freigaben (20 Prozent) und das Gefühl, dass die Unternehmenslenker sowieso alles immer besser wissen (19 Prozent).