Vom Investmentbanker zum Stärkentrainer und Unternehmenscoach

Quelle: DBTV

DBTV-Redaktion
Vom Investmentbanker und Finanzprofi zum Stärkentrainer und Unternehmenscoach. Mit ihrer Beratungsagentur „Stärken-Training mit dem SeiffertBenefit“ beraten Sie kleine und mittelständische Betriebe, wie kam es zu dem Seitenwechsel?

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_MG_0079Carsten Seiffert
Mir ist bewusst, dass sich diese Frage quasi aufdrängt. Auf den ersten Blick macht es ja auch keinen Sinn, die gute Laufbahn in der Finanzindustrie an den Nagel zu hängen. Auf den zweiten Blick, wird es dann aber doch klar:

Zum einen habe ich in der Finanzbranche ausschließlich im Vertriebsbereich gearbeitet. Dort habe ich unter anderem Auslandsvertriebe und Drittvertriebsstrukturen aufgebaut. Ein wesentlicher Anteil meiner Arbeit war es immer, Vertriebler einzustellen, auszubilden und erfolgreich zu machen. Dieser Teil des Jobs entsprach am besten meinen eigenen Stärken und hat mir am meisten Freude bereitet. Deshalb kam irgendwann der logische Entschluss, mich als Coach und Trainer selbstständig zu machen, um nur noch diesen Tätigkeitsschwerpunkt abzudecken.

Zum anderen habe ich diverse Jahre für eine M&A-Firma gearbeitet, die sich auf das Segment der KMU spezialisiert hatte. Im Laufe der Zeit habe ich einen tiefen Einblick in die Welt der klein- und mittelständischen Unternehmer erhalten. Die Sorgen, Nöte und Wünsche – aber auch die Erfolgsstorys – der Unternehmer sind mir bestens bekannt. So hat sich ein wertvoller Erfahrungsschatz angesammelt.

So war es nur ein konsequenter Schritt, die Tätigkeit als Coach für Unternehmer und Personalentwickler auf den Klein- und Mittelstand zu fokussieren.

DBTV-Redaktion
Der Mittelstand bietet eine Fülle von Beratern und Coaches, was bieten Sie, was andere Berater nicht bieten und was kann sich ihr Kunde unter dem SeiffertBenefit konkret vorstellen?

Carsten Seiffert
Stimmt. Wenn man sich heutzutage als Coach oder Trainer im Markt etablieren will, dann braucht man ein ganz spezielles Konzept. Das habe ich! Es ist die besondere Kombination, die den SeiffertBenefit zu einer deutschlandweit einzigartigen Dienstleistung macht. Meine Erfahrung aus über eintausend Beratungsgesprächen mit Inhabern, Unternehmern und Geschäftsführern aus dem Klein- und Mittelstand, gepaart mit dem innovativen Stärken-Training der Strengths Strategy Inc., USA.

Dies ist eine neue Coaching-Methode – aus dem Blickwinkel der positiven Psychologie – die sich auf die vorhandenen Stärken konzentriert, nicht auf die Schwächen. „Schaue auf das, was entfesselt werden kann, und nicht darauf, was schief läuft.“

Die Teilnehmer am Stärken-Training (ob Unternehmer und / oder Mitarbeiter) absolvieren zunächst einen Stärken-Test und ermitteln so ihre ganz individuellen Talente. Je nachdem, wie groß die zu trainierende Gruppe ist, werden zunächst Work-Shops durchgeführt, um Basiswissen über den Umgang mit Stärken zu vermitteln. Danach erfolgen in regelmäßigen Abständen Einzel-Sessions mit den Teilnehmern. Abschließend erfolgt in der Regel ein weiterer Workshop, um sämtliche Erkenntnisse zu komprimieren. Die Etablierung der Stärken-Philosophie in ein Unternehmen, wird nachhaltig die gesamte Firmen-Kultur verändern.

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Der Mittelstand braucht qualifiziertes und motiviertes Personal, oft leiden das Betriebsklima sowie die Leistungsfähigkeit der einzelnen Mitarbeiter, durch zu hohe Vorgaben der Chefs. Was raten Sie ihren Kunden in einem solchen Fall?

_MG_0132-2Carsten Seiffert
Das Beispiel in Ihrer Frage demonstriert eine optimale Fall-Studie für das Stärken-Training. Nehmen sowohl der Chef, sowie seine Mitarbeiter am Stärken-Training teil, dann werden sich daraus folgende positive Veränderungen ergeben:

+ sich selbst besser erkennen und einschätzen können
+ die anderen (Mitarbeiter und / oder Kollegen) besser einschätzen können
+ optimale Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen wird erreicht
+ der Teamzusammenhalt wächst

Wenn der Chef jetzt noch einmal die gleichen Arbeitsinhalte verteilen sollte, dann wüsste er, wem er welche Aufgaben – nach dessen individuellen Stärken – am besten zuteilt. Die gleiche Arbeit wird in kürzerer Zeit mit mehr Freude erledigt. Denn die Stärken werden optimal genutzt, der Mitarbeiter fühlt sich erkannt und verstanden, dadurch steigt die Motivation als auch die Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit.

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Ein mehr Miteinander wäre allzu oft schon ein großer Fortschritt für eine Leistungssteigerung innerhalb der Belegschaft, fehlt es den Chefs an der richtigen Kommunikation im Umgang mit den Mitarbeiter

Carsten Seiffert
Ja, oft fehlt es tatsächlich an der richtigen Kommunikation (im Sinne von: individueller Adressierung). Dabei mag sich der Chef sogar die allergrößte Mühe geben. Wenn er aber nicht weiß, wie ein Mitarbeiter angesprochen werden muss, damit die Botschaft ankommt, dann verpuffen diese Bemühungen oft wirkungslos. Die Mitarbeiter sollen – nein: müssen – gemäß ihrer individuellen Stärken-Profile unterschiedlich angesprochen werden. Machen wir ein simples Beispiel: Mitarbeiter A hat seine Top-Stärken hauptsächlich im Bereich „Beziehungsaufbau“.

Mitarbeiter B dagegen im Bereich „Durchführung“. Beide Mitarbeiter haben jedoch die gleiche fachliche Qualifikation und sind ebenbürtige Kandidaten, um eine bestimmte, sehr dringende, Aufgabe zu erledigen. Zur Delegation dieser Aufgabe wird sich der Chef mit Mitarbeiter A zunächst auf der Beziehungsebene treffen müssen, um den Arbeitsauftrag punktuell platzieren zu können und wunschgemäß erledigt zu bekommen.

Mitarbeiter B hingegen scharrt eventuell schon mit den Hufen, um mit der Arbeit endlich zu beginnen und wird von vorgeschaltetem Small-Talk eher demotiviert. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber auch der Chef hat ein Stärken-Profil. Wo hat er seine Stärken? Im „Beziehungsaufbau“, in der „Durchführung“ oder vielleicht im „strategischen Denken“. Wie gut kennt er seine Mitarbeiter und wie gut kennen die Mitarbeiter ihn? Sind die Beteiligten in der Lage, eine Kommunikationsebene zu finden, die allen Stärken-Profilen gerecht wird?

DBTV-Redaktion
Oft hört man von Mitarbeitern, dass der Chef gestresst wirkt. Viele Chefs und Vorgesetzte können schlecht oder nur sehr widerwillig abgeben, leidet hier nicht ein stückweit auch das Betriebsklima?

_MG_0109Carsten Seiffert
Sie haben Recht. Natürlich leidet darunter das Betriebsklima. Die von Ihnen beschriebene Situation gleicht ja einem Frust-Brutkasten. Der Chef übernutzt seine Stärken. Statt abzugeben oder geschickt zu delegieren, macht er es lieber selbst. Da weiß er, dass alles richtig gemacht und nach seinen persönlichen Vorstellungen erledigt ist. Überlastung – eventuell sogar Burn-Out – sind die typischen Folgen. Ganz automatisch leidet auch das Familien- und Privatleben mit. Der Missmut des Chefs strahlt natürlich auf das Betriebsklima aus.

Die Stärken der Mitarbeiter werden gleichzeitig unternutzt. Auch dies führt zu Frustration, denn eine vorhandene Stärke will eingesetzt werden. Sie schreit förmlich nach Aktivierung. Geschieht dies nicht, verfällt der Mitarbeiter ganz automatisch in toxisches Verhalten. Eine Negativ-Spirale setzt sich in Gang, die sich von alleine kaum mehr stoppen lässt. Stärken-Training wäre für alle Beteiligten die rettende Lösung.

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Viele Mitarbeiter und gerade die Chefs nehmen ihre Arbeitssorgen mit ins Privatleben und das zulasten der persönlichen Lebensqualität? Was raten Sie als Profi ihren Kunden?

Carsten Seiffert
Nur derjenige nimmt Arbeitssorgen mit nach Hause, der sich seiner eigenen Stärken nicht bewusst ist. Das „sich Sorgen machen“ rührt nämlich aus unseren Stärken heraus, die gerade übernutzt werden. Wenn ich die Ursachen für meine Sorgen kenne, dann kann ich Sie auch aktiv beeinflussen. Das, was ich nicht kenne, beeinflusst hingegen mich. Stärken-Training hilft zu erkennen, wo die Quellen für aktuelle Sorgen oder Frustrationen liegen. Wussten Sie, dass etwa zwei Drittel unserer persönlichen Schwächen aus nicht – oder nicht richtig – genutzten Stärken herrühren? Da bekommt der Blick auf unsere Stärken doch gleich eine ganz andere Perspektive, oder?

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