Türkei-Zypern-Pipeline verläuft durch das Mittelmeer

Quelle: obs/3M Deutschland GmbH/Trelleborg Offshore

Voraussichtlich im Oktober dieses Jahres wird eine über 100 Kilometer lange Pipeline in Betrieb genommen, die Nord-Zypern jährlich mit 75 Millionen Kubikmetern frischem Trinkwasser aus der Türkei versorgt. Der Erfolg der weltweit längsten Untersee-Wasserleitung hängt unter anderem von mikroskopisch kleinen Glaskugeln von 3M ab.

430 Tonnen dieser Glaskugeln, auch Glass Bubbles genannt, werden als Füllmaterial in riesigen Bojen der Firma Trelleborg genutzt. Diese verhindern, dass die Wasserleitung am Meeresboden schleift. Da die Pipeline eine der tiefsten Stellen des Mittelmeeres kreuzt, droht die Gefahr, dass der hohe Wasserdruck bei 1.400 Meter Tiefe sie am Seeboden zerdrückt. Andererseits soll die Wasserleitung auch nicht an die Oberfläche geraten und den Schiffsverkehr stören. Die Bojen von Trelleborg halten sie konstant auf 250 Meter Meerestiefe. Zusätzlich wird die Leitung über kilometerlange Drähte im Meeresboden verankert.

Kleine Kugeln – großer Nutzen

Trotz ihrer winzigen Größe haben es die Glaskugeln in sich: Aufgrund ihrer niedrigen Dichte und hohen Stabilität eignen sie sich besonders gut als Füllstoff oder zu Isolierzwecken. Sie sind zudem nahezu vollständig resistent gegen Chemikalien, unlöslich in Wasser oder Öl und unbeeinträchtigt von hohen Temperaturen und größtem Druck.

Einsatz in bis zu 3.000 Meter Meerestiefe

Erfunden hat 3M die Glaskugeln bereits vor über 40 Jahren. Seither hat das Unternehmen immer neue Anwendungen entwickelt. So setzt die Öl- und Gasindustrie etwa die Glass Bubbles bereits seit vielen Jahren als Füllmaterial in Schwimmbojen und zur Isolierung von Pipelines in bis zu 3.000 Meter Meerestiefe ein.

Anwendung in der Automobil- und in der Farbindustrie

In der Automobilindustrie lassen sich mit den Glaskugeln bis zu 30 Prozent des Gewichts von Kunststoffbauteilen einsparen, wodurch sich der Spritverbrauch und CO2-Ausstoß reduzieren lässt.

Zur Gewichtsreduzierung werden die Glaskugeln zudem in Spachtelmassen für die Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt. Aber auch für den häuslichen Gebrauch, beispielsweise in Wand- und Deckenfarbe, eignen sich die Mikrokugeln. Der Effekt: Es wird weniger Bindemittel benötigt und somit werden weniger flüchtige organische Bestandteile freigesetzt (VOCs).