OLG Braunschweig macht Musterkläger gegen VW bekannt und eröffnet Musterverfahren.

Foto (c) VW AG

Das Oberlandesgericht Braunschweig hat uns soeben per E-Mail vorab mitgeteilt, dass es die DEKA Investment GmbH zum Musterkläger benannt hat. Damit hat das Gericht das Kapitalanleger-Musterverfahren gegen die Volkswagen AG eröffnet.

Damit erhalten VW-Aktionäre, Porsche-Aktionäre sowie Erwerber von Derivaten auf VW-Aktien ab sofort die Möglichkeit Schadensersatzansprüche gegen die Volkswagen AG zum Musterverfahren anzumelden. Laut Pressemitteilung des OLG Braunschweig beläuft sich die geltend gemachte Schadenssumme der 1.470 ausgesetzten Anlegerklagen auf insgesamt rund 1,9 Mrd. Euro. Darüber hinaus sind ca. weitere 70 Verfahren gegen die Volkswagen AG beim Landgericht Braunschweig anhängig, über deren Aussetzung das Landgericht Braunschweig noch entscheiden wird. Das Gesamtvolumen der beim Landgericht Braunschweig anhängigen insgesamt rund 1.540 Schadensersatzklagen von Anlegern gegen die Volkswagen AG beziffert sich auf ca. 8,8 Mrd. Euro.

„Auf diese Möglichkeit hatten viele Anleger bereits lange gewartet“, erläutert Dr. Thomas Meschede, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht der mzs Rechtsanwälte Düsseldorf. „Schließlich besteht erst jetzt die Möglichkeit der Anmeldung von Schadensersatzansprüchen , welche deutlich kostengünstiger ist als eine eigene Klage“, so Dr. Meschede weiter. Die Anmeldung hemmt den Lauf der Verjährung, so dass der Schadensersatzanspruch bis zum Ausgang des Musterverfahrens gesichert wird.

„Aktionären, die nicht rechtsschutzversichert sind, empfehlen wir daher im Regelfall ihren möglichen Schadensersatzanspruch nunmehr zum Musterverfahren anzumelden statt zu klagen“, so Dr. Meschede.

Kursdifferenzschaden von rund 60 Euro pro Aktie

Gute Chancen auf die erfolgreiche Geltendmachung von Schadensersatz erkennt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarkrecht vor allem für die Aktionäre, die VW-Aktien nach dem 23. Mai 2014 erworben und bis zum Bekanntwerden des Abgasskandals am 18.09.2015 gehalten haben. „Vielversprechend ist die Geltendmachung des sogenannten Kursdifferenzschadens“, so Dr. Meschede weiter. Er geht von einem geschätzten Kursdifferenzschaden in Höhe von etwa 61,80 EUR je Vorzugsaktie und 55,65 EUR je Stammaktie aus. Es handelt sich hierbei um die Differenz zwischen den Schlusskursen im Xetra-Handel am Freitag, 18.09.2015, und den Schlusskursen am Dienstag, 22.09.2015.

Dr. Meschede und sein Team von mzs Rechtsanwälte stehen betroffenen Aktionären ab sofort gerne für die Anmeldung der Schadensersatzansprüche zum Musterverfahren zu Verfügung.