Neue Hoffnung für Hochrisiko-Patienten

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Sie sind ein echtes Volksleiden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Jährlich kommt es hierzulande aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen zu ca. 353.000 Todesfällen.(1) Einer der Hauptgründe hierfür liegt in der Veränderung der Blutfette („Dyslipidämie“), etwa in Form zu hoher Werte des „schlechten“ LDL-Cholesterins (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin).(2) Diese Fettstoffwechselstörungen sind in Deutschland weit verbreitet: Zwei von drei Erwachsenen haben höhere Cholesterinwerte als die von der European Society of Cardiology (ESC) als Grenzwert empfohlenen 190 mg/dl Gesamtcholesterin.

(3) Allerdings wissen das mehr als die Hälfte der betroffenen Personen nicht.(3) Für Hochrisiko-Patienten (z. B. mit Diabetes mellitus oder koronarer Herzkrankheit) gelten zudem besondere Zielwerte: Je nach Risikoprofil sollte das LDL-Cholesterin 100 mg/dl bzw. 70 mg/dl nicht übersteigen.(4) Um diese Zielwerte zu erreichen, ist sehr häufig eine medikamentöse Therapie erforderlich. Dabei stellen Statine derzeit den Goldstandard dar. Dank der Biotechnologie steht nun eine neue Therapieoption für Patienten zur Verfügung:(5) die so genannten PCSK9-Hemmer.

Cholesterin-Zielwerte werden häufig nicht erreicht

Grundsätzlich gilt: Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto geringer das kardiovaskuläre Risiko.(6) Ein unterer Grenzwert für das „schlechte Cholesterin“ ist nicht belegt, so dass alle Be-handlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden sollten. Allerdings erreichen viele Patienten mit einem sehr hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse ihre Zielwerte (unter 100 mg/dl bzw. 70 mg/dl) nicht. In Deutschland betrifft das etwa 2,5 Millionen Patienten.(7) Dies liegt unter anderem daran, dass bei weitem nicht alle Betroffenen eine cholesterinsenkende Therapie – etwa mit Statinen – erhalten.(7)

Allerdings hat auch eine Statin-Behandlung ihre therapeutischen Grenzen und kann das LDL-Cholesterin nicht bei jedem Patienten ausreichend stark senken, so dass ein hohes kardiovaskuläres Risiko bestehen bleibt: Trotz einer maximalen lipidsenkenden Therapie weisen in Deutschland 173.000 Hochrisiko-Patienten – das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Saarbrücken – einen LDL-Wert von mindestens 160 mg/dl auf.(7) Betroffen sind beispielsweise häufig Menschen, die aufgrund einer genetisch bedingten Erkrankung, der familiären Hypercholesterinämie (FH), sehr hohe LDL-Cholesterin-Werte aufweisen (LDL-C über 200 mg/dl).(8,9) Darüber hinaus vertragen Schätzungen zufolge zwischen 5 und 15 Prozent der Patienten, die mit Statinen behandelt werden, die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen (vor allem Muskelschmerzen) nicht.(10)

Für Hochrisiko-Patienten: PCSK9-Hemmer als neuer Therapieansatz in der Kardiologie

Für Patienten, deren LDL-Cholesterin-Werte sich mit den bestehenden Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichend senken lassen oder die diese nicht vertragen, gibt es nun aufgrund bahnbrechender Fortschritte in der Biotechnologie eine neue Behandlungsoption. Durch intensive Forschungsarbeit konnte eine völlig neue Wirkstoffklasse entwickelt werden.

Es handelt sich hierbei um monoklonale Antikörper, die das Protein PCSK9 hemmen. Therapeutischer Ansatzpunkt dieser PCSK9-Hemmer: Je weniger PCSK9 im Blut vorhanden ist, desto niedriger ist der LDL-Cholesterin-Spiegel.(11) Die neuen Biotech-Antikörper können die Wirkung von PCSK9 „neutralisieren“ und dadurch zu einer Senkung des LDL-Cholesterin-Spiegels führen.(5)