„Mensch Gauck!“: „ZDFzeit“-Doku zum Amtsende des Präsidenten

Seefest: Bundespräsident Joachim Gauck an Bord der "Grönland" während des internationalen Festivals der Windjammer. Quelle: ZDF/Steffen Kugler.

Seine Abschiedsrede nach fast fünfjähriger Amtszeit hat er bereits gehalten, sein Nachfolger wird in zwei Wochen gewählt. Die „ZDFzeit“-Doku „Mensch Gauck!“ (Dienstag, 31. Januar 2017, 20.15 Uhr) begleitet den „Pastor, Präsidenten, Freiheitssucher“ in den letzten Monaten seiner Amtszeit, die am 18. März 2017 endet. Zugleich beleuchtet der 45-minütige Film die ganze, keineswegs geradlinige Karriere des Joachim Gauck und bietet exklusive persönliche Einblicke in das Leben eines unbequemen Mannes: Als wortgewaltiger Pastor zog er 1990 in die frei gewählte DDR-Volkskammer ein und machte nach der Einheit Millionen von Stasi-Akten für die Bürger zugänglich.

„Freiheit“ ist sein Lebensthema. Nach ihr hat er sich in der DDR gesehnt, und für sie hat er zur Wendezeit gekämpft. Diese Wochen und Monate hätten ihm viel bedeutet, sogar mehr als seine Zeit im Schloss Bellevue, sagt Joachim Gauck im Interview mit „ZDFzeit“: „Diese Tage werden immer die größten in meinem Leben sein. Nicht hier die glanzvollen Empfänge, das ist auch schön. Aber dieses Unwiederholbare und Einmalige – das war damals.“

Das Jahr 1990 war für Joachim Gauck beruflich wie privat eine Wende: Er trennte sich von seiner Frau, ging von Rostock nach Berlin und baute die „Gauck-Behörde“ auf. Als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen gewann er große Anerkennung über Parteigrenzen hinweg und wurde deshalb mehrfach als „würdiger Kandidat“ für das Präsidentenamt gehandelt. In seiner Amtszeit eckte Gauck allerdings immer wieder an: Für die einen mischte er sich zu viel in das politische Alltagsgeschäft ein, für die anderen vernachlässigte er wichtige Themen. Als er für eine stärkere Rolle der Bundeswehr plädierte, wurde er von Linken zum „Kriegstreiber“ erklärt. Als er sich für Flüchtlinge stark machte, wurde er von Rechten als „Volksverräter“ beschimpft.

Von September 2016 bis Januar 2017 hat das Filmteam um Autor Bernd Reufels den Bundespräsidenten immer wieder mit der Kamera begleitet – einige exklusive Termine gehörten dazu. Etwa in Wustrow an der Ostsee, wo Gauck die ersten Jahre seiner Kindheit verbracht hat. Auch auf Gaucks letzter großer Dienstreise nach Japan war das Filmteam dabei und konnte den Bundespräsidenten im Hotel in Tokio und im Zug Shinkansen ebenso erleben und befragen wie im Amtszimmer in Bellevue oder auf einer Feier in Rostock.