Kein Mitleid nach der Container-Pleite.

Bild 2018 (c).

Schiffe, Immobilien, Windräder: Alles Modelle, mit denen Anleger schon viel Geld verloren haben. Und nun Container: Die Firma P & R, die Investitionen in Container vermittelte, hat Insolvenz angemeldet. Mehr als 50.000 Anleger bangen um Milliarden – doch für Mitleid bleibe wenig Raum, meint Jörg Wiechmann, Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC).

Denn das Problem seien wieder einmal Gier und Dummheit: Die Anleger glaubten an das Versprechen viel zu hoher Renditen der geschlossenen Beteiligungsmodelle. „Dabei sollte man von einem Anleger, der Geld für seine Altersvorsorge investiert, erwarten können, dass er sich zuvor mit dem Thema auseinandersetzt“, so Wiechmann. In den ersten Jahren gebe es die versprochene Ausschüttung in Höhe von beispielsweise acht Prozent. Aber die sei eben nicht gleich Rendite: Wenn der zugrundeliegende Miet- oder Chartervertrag ende, erleide das Schiff oder der Container – dann gebraucht – bei einem Verkauf oft einen erheblichen Wertverlust. Und der mindere die Rendite entsprechend, erläutert Wiechmann. Hinzu komme: Die Beteiligungsmodelle seien komplex, risikoreich ohne jede Streuung, für den Anleger teuer und über Jahre bindend.

Aktionäre könnten da nur mit dem Kopf schütteln. „Wofür das alles, wenn man stattdessen auch ganz simpel kostengünstig, transparent, jederzeit verfügbar und breit gestreut in die besten Firmen der Welt investieren kann?“, fragt der IAC-Geschäftsführer. Diese verdienten ihr Geld unter anderem auch mit Immobilien, Schiffen, Containern oder Windrädern. Leben müsse man allerdings mit kurzfristigen Börsenschwankungen. Die gebe es bei den dubiosen Beteiligungsmodellen nicht, doch die P & R-Pleite zeige wieder: „Das ist eine reine Scheinsicherheit.“