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Geld jetzt ausgeben statt anlegen.

Quelle: DBTV

Herrmann Kutzer – Wer die Märkte und ihr Umfeld in den Medien täglich verfolgt, kann kaum noch gelassen bleiben. Eine kleine Auswahl von Headlines zum Beginn der ersten Märzwoche macht es deutlich: Trumps Importzölle drohen das System der globalen Handelsregeln zu sprengen. Italien steht vor schwieriger Regierungsbildung. Euro nach Italienwahl unter Druck. Innogy-Vorstand Bernhard Günther bei Säureattentat schwer verletzt. Theresa May „tief besorgt“ über Trumps Schutzzoll-Pläne. Die neue GroKo startet mit einem Legitimationsproblem. Deutsche Industrie fürchtet Eskalationsspirale im internationalen Handel. Die Angst vor Zinserhöhung & Handelskrieg. Diesel-Wolken verdunkeln Genfer Autosalon. Airbus will Tausende Jobs streichen oder verlegen.

Dazu passend Auszüge aus dem von mir sehr geschätzten Morgenkommentar der Deutsche-Bank-Strategen: 25 Prozent Zoll auf Stahl- und 10 Prozent auf Aluminiumimporte sollen künftig fällig werden. Das musste Donald Trump letzten Donnerstag verkünden, schließlich hatte sein Handelsministerium ein Jahr an den Vorschlägen gearbeitet. Dabei brauchen weder die Welt noch die USA einen Stahl-Handelskrieg. Und China ist ohnehin entspannt: Laut WTO kommen nur 2 Prozent der US-Stahlimporte aus dem Reich der Mitte, bei Alu sind es 11 [ … ] Die festgefahrenen Brexit-Gespräche verunsichern Anleger. Erst recht, seit Premierministerin Theresa May den Vertragsentwurf von EU-Chefunterhändler Michel Barnier empört zurückwies, um dann ihrerseits am Freitag sehr vage zu bleiben. Die Liste der Streitpunkte ist lang. Und allmählich werden die Auswirkungen sichtbar: Das britische Handelsbilanzdefizit weitete sich im Dezember auf 5,6 Milliarden Euro aus, die Stimmung der Unternehmen trübte sich zuletzt weiter ein und das Volumen der Firmenkäufe durch Ausländer blieb hinter den Erwartungen der Börse zurück.

Trotzdem: Es gibt immer Möglichkeiten, auf verstärkte Unsicherheit und Volatilität zu reagieren. Generell gültige Empfehlungen machen jetzt wenig Sinn – jeder sollte für sich prüfen, ob ihm die Knie zu schlottern beginnen oder die lange gewohnte Gelassenheit bleibt. Und dann stellen sich jede Menge Fragen: Aktienbestände abbauen? An schwachen Tagen kaufen? Neue Engagements nur über Derivate und Zertifikate? Oder mit denen auf Baisse spekulieren? Lieber physisches Gold kaufen? Statt Geld anlegen besser jetzt Geld ausgeben (und die Preiskämpfe nutzen)? Den Diesel abstoßen, dafür einen neuen Benziner anschaffen? Gar nichts machen und zugucken?

Ich selbst bleibe immer noch gelassen. Aber ich kann gut nachvollziehen, wenn betont vorsichtige Menschen bis auf weiteres lieber Geld ausgeben als Geld anlegen.

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