Funktionsglas-Fassade für Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

DBTV (c) Wagener

Hinter Wärmeschutzglas werden Umwelt-Auswirkungen auf den Menschen erforscht

:envihab ist eine neuartige, medizinische Forschungsanlage des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz. Dort werden die Wirkungen verschiedener Umweltbedingungen auf den Menschen und mögliche Gegenmaßnahmen erforscht. Diese Forschungskompetenz auf international höchstem Niveau sollte sich auch in der Architektur des Gebäudes niederschlagen. Entstanden ist auf rund 3.500 Quadratmetern ein modulares Haus-in-Haus-Objekt. Die Fassade besteht auf 1.000 Quadratmetern aus dem Wärmeschutzglas Neutralux der Hunsrücker Glas-veredelung Wagener.

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Das Konzept: :envihab beschäftigt sich mit den komplexen Fragestellungen verschiedener Lebenserhaltungssysteme im Weltraum und daher auch ganz grundlegend mit der Wechselwirkung von Mensch, Maschine und Umwelt aus medizinischer, biologischer und psychologischer Sicht. Im Vordergrund stehen Forschungsfragen, die sich mit dem Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen befassen.

Der Name :envihab verbindet daher die Begriffe „environment“ (englisch für Umwelt) und „habitat“ (lateinisch für Wohnstätte, Lebensraum).

Ein Haus-in-Haus-Konzept des Berliner Architekturbüros Glass Kramer Löbbert sowie der Berliner Architektin Uta Graff ermöglicht die Nutzung verschiedener Module und ihrer technischen Ausstattung, ohne das Gebäude verlassen zu müssen. Auf rund 3.500 Quadratmetern Nutzfläche können Probanden kontrollierten Umweltbedingungen ausgesetzt werden. In einem der Module ist die Probandenstation untergebracht, zwölf Probanden können gleichzeitig an hoch standardisierten Studien teilnehmen.

Da sich ein großer Teil des Gebäudes unter der Erde befindet, spielen die Spezialgläser bei der Versorgung der Räumlichkeiten mit Tageslicht in Form von Oberlichtern, Dachverglasungen und Lichtschacht- bzw. Innenhofverglasungen eine wichtige Rolle. Absturzsicheres, hochtransparentes Glas sorgt dafür, dass möglichst viele Sonnenstrahlen aber keine Personen, die sich im Außengelände nahe des tiefergelegten Forschungszentrums bewegen, ins Gebäude fallen können. Lange, hohe Glasfassadenelemente bilden die Abgrenzung zu lichten Innenhöfen. Die Neutralux-Wärmeschutzgläser sind lediglich an ihren oberen und unteren Enden fixiert. So stört keine Konstruktion den Lichteinfall.

Neben wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn wird die Entwicklung innovativer Produkte in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft betrieben. Daher soll auch die Architektur des Forschungszentrums selbstbewusst auf die dort vorhandene wissenschaftliche Kompetenz aufmerksam machen. Dazu trägt das Spezialglas Neutralux der Hunsrücker Glasveredelung Wagener bei. Als Fassadenelemente erfüllen die Spezialgläser mehrere Funktionen hinsichtlich Absturzsicherung, Raumklima und Umweltschutz.

Zum Einsatz kommt eines der effektivsten 3-fach-Wärmedämmgläser weltweit mit einem UG-Wert von 0,6 W/m2K (Neutralux advance). Für diesen exzellenten Wert sorgen eine hoch wärmedämmende, hauchdünne Edelstahlbeschichtung sowie eine Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum. Die Beschichtung gewährleistet außerdem, dass ein großer Teil der Sonneneinstrahlung im Haus ankommt und damit im Winter einen kostenlosen, CO2-freien Beitrag zur Beheizung der Räume leistet.