Familienunternehmer blicken zuversichtlich ins neue Jahr.

Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER. Fotografie von Anne Kreuz.

Familienunternehmer blicken zuversichtlich ins neue Jahr. 69 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung ihres operativen Geschäfts im kommenden Jahr aus. Das ergibt eine Umfrage unter 820 Mitgliedern der Verbände DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER. Vor einem Jahr waren es 59 Prozent. Die Zuversicht spiegelt sich auch in Sachen Arbeits- und Ausbildungsplätze wider. 44 Prozent der Betriebe planen, 2018 mehr Arbeitsplätze anzubieten. Im Vorjahr waren es 38 Prozent. 46 Prozent wollen die Zahl der Arbeitsplätze konstant halten, nur 7 Prozent reduzieren.

Auf die Frage nach den größten Sorgen mit Blick auf das Jahr 2018 steht der Fachkräftemangel mit 72 Prozent ganz oben. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, die die Suche nach qualifizierten Personal bewegte. Auf Platz zwei und drei folgen die Verkrustung des Arbeitsrechts (70 Prozent) und der Anstieg der Sozialabgaben (62 Prozent). Mit Aussicht auf eine große Koalition sorgen sich auch 50 Prozent vor drohenden Steuererhöhungen.

„Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen und Regionen eine Wachstumsbremse. Das stellt viele Familienunternehmen, vor allem die, die außerhalb der großen Metropolen tätig sind, vor große Probleme“, so Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands DIE FAMILIENUNTERNEHMER. „Wir Familienunternehmer spüren zunehmend, was es bedeutet, Aufträge nicht annehmen zu können, Kunden vertrösten zu müssen und Stellen nicht besetzen zu können. Junge Menschen wollen lieber Influencer statt Ingenieur oder Programmierer werden. Wichtig ist daher, Schüler schon früh für Wirtschaft und Unternehmertum zu begeistern, z. B. durch ein längst überfälliges eigenständiges Schulfach Wirtschaft.“

Von Eben-Worlée weiter: „Ein weiterer wichtiger Hebel, der umgelegt werden muss, um den Fachkräftemangel zu begegnen, ist qualifizierte Einwanderung. Dazu benötigen wir ein Einwanderungsgesetz, das den Unternehmen Fachkräftemigration ermöglicht und die Prozesse entbürokratisiert. Hier sollte die neue Bundesregierung im Interesse unseres Wirtschaftswachstums ansetzen“.

An der Umfrage nahmen 820 Mitglieder von DIE FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER teil.