Erdgas als strategische Antwort auf die Dieselkrise

Auf dem 16. Erdgas mobil Symposium lud Ulrich Benterbusch vom Bundeswirtschaftsministerium (2 v.l.) zum Runden Tisch ein: Gemeinsam müsse ein Plan entwickelt werden, Erdgasmobilität mehr Rückenwind zu verleihen. obs/Zukunft ERDGAS e.V./Zukunft ERDGAS e. V.

Bundeswirtschaftsministerium lädt spontan zu Rundem Tisch ein

Im Rahmen einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Dieselkrise – Erdgas als vergessene Antwort?“ lobten die Teilnehmer die politischen Ziele für Erdgas als Kraftstoff, verwiesen aber darauf, dass ein konkreter Umsetzungsplan bislang fehle. Ulrich Benterbusch, Leiter der zuständigen Unterabteilung im Bundeswirtschaftsministerium, überraschte mit dem spontanen Angebot: „Ich lade Sie hiermit ein, diesen Plan gemeinsam auszuarbeiten.“ Sein Haus werde einen Runden Tisch ins Leben rufen.

Bis 2020 soll die Anzahl der Erdgasfahrzeuge auf deutschen Straßen verzehnfacht werden, darauf hatten sich Wirtschaftsministerium und Fahrzeugindustrie Ende 2015 geeinigt. Dr. Ludwig Möhring, Geschäftsführer der WINGAS GmbH, kommentierte auf dem Podium des erdgas mobil Symposiums, dass diese Ziele zwar Mut machten, fragte aber provokant: „Wo ist denn der dahinterliegende Plan?“. Benterbusch reagierte mit einer spontanen Einladung, diesen Plan gemeinsam zu entwickeln. Das Wirtschaftsministerium sei bereit, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Umsetzung müsse aber gemeinsam mit allen Akteuren erfolgen.

Ausgangspunkt der Diskussion war die Dieselkrise und der politische Umgang damit. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, bemängelte das Wegschauen der Politik: „Der Staat hat auf Druck der Dieselindustrie beide Augen zugedrückt“. Damit habe er es auch alternativen Antrieben schwer gemacht, sich durchzusetzen. Möhring forderte mehr Aufmerksamkeit der Politik für Erdgas als Alternative zum Diesel: „Wer ernsthaft im Transportsektor CO2 sparen will, kommt an Erdgas nicht vorbei“. Er beklagte den einseitigen Fokus auf Elektromobilität. Dies sei klimapolitisch verfehlt: „Heute sparen Sie mit einem Elektrofahrzeug keine CO2-Emissionen ein. Das ist die Realität“. Würde Erdgas als Kraftstoff nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit der Elektromobilität bekommen, könnte sich der Markt dynamisch entwickeln.

Benterbusch unterstrich den negativen Trend der Emissionen im Verkehrssektor. „Hier laufen die Dinge wirklich aus dem Ruder“. Große Chancen sieht er auch bei verflüssigtem Erdgas – LNG. „Wenn wir das Thema LNG nicht packen, haben wir versagt“. „Erdgas spielt für uns eine strategische Rolle“, betonte auch Resch. Denn Erdgas sei wichtig, um mit dem Speicherproblem bei künftig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien umzugehen. Hier komme der Power-to-Gas Technologie eine wichtige Rolle zu. Er rief zum Handeln auf: „Weg vom Reden – gleich in die Umsetzung: Fakten schaffen“.