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Wirtschaftsforum Köln-Nord e.V.

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Die Zukunft bewegen, Ärger vermeiden.

Anfang dieses Jahres eröffnete Amazon dort ein neues Auslieferungszentrum. Die Kunden erfreuen sich an einer geringeren Lieferzeit, die umliegenden Unternehmen im Gewerbegebiet Feldkassel müssen jedoch gegen schwere Folgen kämpfen. Das Gewerbegebiet Feldkassel musste in kürzester Zeit einer großen zusätzlichen Verkehrsbelastung standhalten. Auch von zugeparkten Ausfahrten und einem schweren Unfall wurde das Gewerbegebiet nicht verschont.
Foto: Thomas Staus, Delvery Station Manager der Amazon Deutschland Transport GmbH.
Es gab dicke Luft, der Unmut der betroffenen Unternehmer im Kölner Norden ist groß. Die örtliche Polizei versuchte die Unternehmer zu beruhigen und stand für Fragen zur Verfügung.
Marc Zimmer (links im Bild) war sichtlich um Fassung bemüht. Sein Unternehmen liegt unmittelbar vor der Toreinfahrt.
Anton Harff (rechts im Bild) im Gespräch mit Vorstandskollege Matthias Weber (links im Bild). Die Mitglieder sind verärgert, dies geht nicht spurlos an den Vereinsbossen vorbei.
Foto: Zur Fähre in Köln-Langel.
Es gab viel Diskussionen, die Stimmung war zeitweise angespannt bis explosiv – so tief sitzt die Verärgerung bei den Unternehmer im Kölner-Norden.

Foto: Marc Zimmermann, Geschäftsführer der ZAPP-ZIMMERMANN GmbH ist einer der führenden Brandschutzexperten in Deutschland und liegt mit seinem Unternehmen unmittelbar im Wirkungsbereich der Amazon Niederlassung.

So in etwa ließe sich das Motto der Gemeinschaftsveranstaltung des Wirtschaftsform Köln Nord e.V. mit dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln zusammenfassen, bei der sich Unternehmer aus dem Kölner Norden mit Vertretern des Onlineriesen Amazon zum Gespräch trafen.

Anlass dieser Zusammenkunft war der Unmut der Kölner Unternehmer, ausgelöst durch das im Gewerbegebiet Feldkassel betriebene Logistik-Zentrum des weltweit größten Onlineversandhandels, das mehrfach täglich von bis zu 300 Fahrzeugen in sieben Wellen angefahren wird.

Zu viel für die umliegenden Unternehmen. „Zu Stoßzeiten ist das hier wie in einem Armeisenhaufen, dann kommen meine Mitarbeiter und ich nicht einmal mehr auf unser eigenes Betriebsgelände“, so Marc Zimmermann, Geschäftsführer eines seit Jahren hier ansässigen Familienbetriebes. Es herrscht dicke Luft. Rund fünfzig Unternehmer sind daher der Einladung gefolgt, und die als Austragungsort gewählte Fähre ist bis auf den letzten Platz besetzt.

Ziel des Wirtschaftsforum Köln-Nord und des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln ist es, zwischen den Beteiligten zu vermitteln, und im direkten Austausch mit Vertretern beider Seiten Möglichkeiten und Maßnahmen konstruktiv zu erörtern. Für Amazon steht viel auf dem Spiel. Die Expansionspläne sehen weitere Standorte in Köln und Umland vor, und so schickt der Onlineriese gleich vier Vertreter auf Versöhnungstour.

Mit der massiven Gegenwehr seitens der örtlichen Unternehmer hatte man bei Amazon allerdings wohl nicht gerechnet, und so ist die Stimmung zwischen den Parteien deutlich angespannt. Die Vereinsmitglieder und Unternehmer sehen die Ansiedlung des Logistik-Zentrums im Gewerbegebiet grundsätzlich kritisch, der vorhandene Platz sei schlicht für eine solche Beanspruchung nicht ausreichend. Die Unternehmer sehen die Verantwortung für diese Fehlplanung bei den zuständigen Behörden, die eine Genehmigung angesichts der Nutzfläche und Auslastung genauer hätten prüfen müssen.

Die Stadt Köln schickte ihren Abschnittsleiter Michael Seidel vom Amt für Öffentliche Ordnung – Ordnungsamt und Verkehrsdienst – in den Ring. Dieser war sichtlich bemüht, alle offenen Fragen zu beantworten, denn die Verunsicherung darüber, was man darf und was eben nicht, ist groß.

„Wir pflegen einen ständigen Austausch und regen Kontakt mit unseren Ansprechpartnern von Amazon“, so Seidel. Fast täglich kommen Beschwerden über zugeparkte Einfahrten und Parkplätze, auch die ARAL Tankstelle gleicht zu Stoßzeiten einem Autohof, es gibt einfach kein Durchkommen. Der Delivery Station Manager Thomas Staus nimmt die Sorgen und Nöte der Unternehmer ernst, ihm liegt viel daran, das angeschlagene Image des Onlineriesen nicht noch mehr zu beschädigen. Für etwas Entspannung unter den Mitgliedern sorgt die Ankündigung, dass Amazon unweit des Logistik-Zentrums Mitte Mai ein Parkhaus mit einer Kapazität von bis zu 300 Fahrzeugen eröffnen werde. Dadurch werden in bis zu sieben Wellen pro Tag rund 30-50 Fahrzeuge das Gewerbegebiet entlasten, so die Hoffnung des Amazon Managers.

Derweil ist man auf Amazons Chefetagen um Schadensbegrenzung bemüht, und geht auf Schmusekurs. Vorsorglich ist man als Mitglied dem Wirtschaftsforum Köln Nord e.V. beigetreten. Ob der Verein sich angesichts der Brisanz der Situation und des aktuellen Unmuts seiner Mitglieder im Zusammenhang mit Amazon mit der Aufnahme des neuen Mitglieds einen Gefallen getan hat, bleibt jedoch abzuwarten.

Redakteur: Michael Assen

Über den Verein.

Das Wirtschaftsforum Köln Nord e.V. ist ein Zusammenschluss engagierter Unternehmer traditionsreicher Marken und Handwerk sowie produzierendem Gewerbe. Die Mitgliederunternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Teil der regionalen Wirtschaft, als Unternehmer und Selbstständige prägen wir Gesellschaft mit, schaffen Wohlstand und Beschäftigung über die Grenzen Kölns hinaus.

Als ein entscheidendes Bindeglied und Rückgrat einer funktionierenden Volkswirtschaft, setzt sich der Verein im Kölner Norden für die Belange der Mitgliederunternehmen sowie deren Mitarbeiterrinnen und Mitarbeiter ein, in dem dieser von der Politik, Organe der öffentlichen Hand, Verbände und Organisationen optimale Rahmenbedingungen zum Wirtschaften in der Region fordern.

Weitere Informationen zum Verein und den handelnden Personen finden Sie hier.

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