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Die Dax-Profis agieren noch zurückhaltend.

Grafik: Dax.

Hermann Kutzer – Gerade in unsicheren Zeiten ist es hochinteressant, das Verhalten der Anleger zu beobachten – das machen vor allem die Sentiment-Analysten. Ich nehme deren Berichte und füge meine eigenen Gespräche und Beobachtungen hinzu, außerdem andere Veröffentlichungen marktbestimmender Großanleger. Nur: Stimmungen (und damit die Aktionen) der Anleger können erheblich schwanken, auch kurzfristig. Die Ergebnisse des „Behavioral Finance“ – das auf ihrer Psychologie basierende Verhalten der Anleger – sollten also nicht überschätzt werden.

Jeweils am späten Mittwochnachmittag veröffentlichen die Experten von Goldberg & Goldberg ihre wöchentlichen Umfrageergebnisse im Auftrag der Börse Frankfurt. Am 7. März lautet das Resümee: Hiesige Investoren reagieren unterschiedlich auf die Kursverluste deutscher Aktien. Während sich die Profis zurückhalten, kaufen die privaten Anleger zu den niedrigeren Kursen. Kein schlechtes Zeichen, allerdings käme die Bedrohung von anderer Seite.

Im Einzelnen heißt es: Obwohl der Dax im Wochenverlauf mit 430 Punkten rund 3 Prozent verloren hat, bleiben viele hiesige Anleger ihren Aktienpositionen treu. Von den Privatinvestoren sind 7 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zusätzlich eingestiegen und 4 Prozent haben ihre Short-Engagements geschlossen. Die vom Volumen her gewichtigeren institutionellen Investoren haben sich kaum bewegt, ihr Sentiment-Index steht mit +16 Punkten leicht höher und weiter über der neutralen Nulllinie, der der privaten Anleger mit +24 Punkten deutlich darüber.

Joachim Goldberg findet es bemerkenswert, dass die professionellen Anleger die niedrigeren Preise, die phasenweise fast 5 Prozent im Minus standen, nicht wie in den Vorwochen zum Einstieg genutzt haben. Andererseits wäre ihre Reaktion auf die Nachrichten dieser Woche erstaunlich gelassen ausgefallen. Dennoch vermutet der Verhaltensökonom Vorsicht hinter dem Verhalten dieser Anlegergruppe, während die privaten Anleger scheinbar weiter von einer „gesunden Korrektur“ ausgingen.

Unterm Strich ginge von den hiesigen Anlegern keine Gefahr aus, es sei einiges „Nachfragepotenzial“ vorhanden. Die eigentliche Bedrohung gehe damit von ausländischen Kapitalabflüssen aus.

Deshalb empfehle ich kurzfristigen Anlegern, basierend auf solchen und ähnlichen Veröffentlichungen zu versuchen, ein Gespür für das Verhalten der internationalen Investoren zu gewinnen. Bekanntlich ist die Mehrheit der Dax-Aktien in ausländischem Besitz. Kein Wunder, dass deren Engagements (Ein- oder Ausstieg) mitentscheidend für die Kursentwicklung sind.

 

Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/

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