Das Trump-Phänomen auf Social Media

Hashtagcloud #Inauguration. Quelle: VICO Research & Consulting GmbH/Marc Trömel.

Vor drei Monaten spaltet seine Wahl das Land, die Welt und Social Media. Nie zuvor polarisierte ein Präsident so stark wie Donald J. Trump. Vor allem in den Sozialen Medien lässt sich das Trump-Phänomen mehr denn je beobachten.

Anhänger und Gegner versammeln sich derzeit vor dem Weißen Haus in Washington D.C. und auf den sozialen Plattformen. Die #Inauguration wird auf Trumps Lieblingsmedium Twitter von mehr als einer Millionen Menschen begleitet, kommentiert und verfolgt.

Im Mittelpunkt der Social Media Kommunikation stehen sowohl die Trump-Anhänger, die Ihren neuen Präsidenten nach wie vor mit #maga (Make America Great Again) unterstützen sowie die Proteste der Trump-Gegner.


Halten Sie Donald Trump für den richtigen Präsidenten?

In der Diskussion rücken die Top-Themen der vergangenen Monate heute in den Hintergrund: Trumps Einstellung zu Putin, der NATO, dem Brexit und der Mauer zu Mexico stehen weniger im Fokus. Umso mehr rückt der Boykott von Trump und seiner Vereidigungszeremonie in den Vordergrund. In den letzten 24 Stunden beteiligten sich weit über 100.000 Menschen mit dem Hashtag #TheResistance an der immer noch anhaltenden Anti-Trump Bewegung. Die Menschen können sich nach wie vor nicht mit dem neuen US-Präsidenten identifizieren und rufen weltweit zu zahlreichen Protesten auf.

Viel Aufmerksamkeit kommt so, vor allem auf Twitter, dem Women’s March zugute. Bereits Tage vor dem Start der Demonstration wird der Protest als größte Demonstration anlässlich des Amtsantritts eines US-Präsidenten gehandelt. Über 70.000 Menschen twittern in den letzten 24 Stunden über den #WomensMarch und untermauern Ihre Argumente mit #WhyIMarch. Erstaunlich dabei ist jedoch, dass sich trotz der Frauenbewegung knapp 45 % Männer an der Kommunikation beteiligen. Bei den Tweets über die #Inauguration ist die Geschlechterverteilung genau gegenteilig- hier liegt der Anteil der Männer bei 55 %.

Nach dem gestrigen #InaugurationConcert und der Häme über die vielen Absagen kommt automatisch der Vergleich zu Obamas Amtsantritt 2009 auf. Die Stimmung heute könnte im Vergleich zu Obamas Antritt vor 8 Jahren nicht unterschiedlicher sein. Die Atmosphäre spiegelte sich auf Twitter in einem einzigen Beitrag wieder: Ein Post von Twitter-User @106th vergleicht Bilder von 2009 und 2017. Vor acht Jahren drängten sich die Menschen bis zum Lincoln Memorial. Gestern wirkt der Platz im Vergleich beinahe menschenleer. Damit trifft der Tweet einen Nerv der Netz-Gemeinde. Der Post wird innerhalb weniger Stunden über 80.000-mal geteilt und von über 100.000 Menschen geliked. Im Zusammenhang mit der heutigen Amtseinführung verabschieden sich die Twitter-User zudem auch von Präsident Barack Obama mit #ThankYouObama und #ObamaFarewell.

Der neue US-Präsident polarisiert. Trumps Meinung zur Spaltung der Gesellschaft steht dabei jedoch fest. Auf Twitter postet er heute ein Zitat von Pastor Franklin Graham: „It wasn’t Donald Trump that divided this country, this country has been divided for a long time!“.

Der heutige Tag zeigt ein weiteres Mal, welche tiefe Kluft der neue US-Präsident in die amerikanische Gesellschaft gerissen hat. Und nicht nur auf Social Media hält die Welt den Atem an und wartet darauf, was in den nächsten 4 Jahren auf Sie zukommen wird.