Cloud-fähiger Archivspeicher auf Basis von Blockchain

Im Bild einige Mitglieder des Entwicklerteams - v.l.n.r Tim Wedemann, Solution Architect; Florian Petersen, Software Developer; Florian Boldt, Project Manager und Mario Christ, Software Developer auf der Terrasse der Deepshore-Niederlassung gegenüber der Hamburger Hafencity. Quelle: Deepshore GmbH, HINRICH FRANCK, HAMBURG.

METRO und Deepshore erreichen wichtigen Meilenstein.

Vor einem Jahr hatten METRO und das Hamburger IT-Unternehmen Deepshore angekündigt bisherige konventionelle Archiv-Speicher für die gesetzeskonforme und revisionssichere Dokumentenablage mit einem Blockchain-basierten Ansatz ablösen zu wollen. Nach knapp zwölf Monaten intensiver Arbeit und ausführlichen Tests erreichte das Projektteam „Cloudspeicher mit Blockchain-Technologie“ sein strategisches Projektziel. Die ersten produktiven Daten werden nun in einem Speicher abgelegt, der auf einer Private-Cloud-Umgebung mittels Blockchain-Mechanismen nachträgliche Verfälschung verhindert. Für 2019 ist eine kräftige Erweiterung der neuen Lösung geplant.

Die erste Version des neuen Cloudspeichersystems von Deepshore ermöglicht unter anderem, Rohdaten aus verschiedensten Systemen zu sichern, ohne dabei auf klassische WORM-Speicher angewiesen zu sein. Unzulässige Veränderungen können mit Hilfe einer Blockchain-Verifizierung entdeckt und durch das System auch autonom korrigiert werden. Zwar wird die Lösung zunächst noch parallel zu der herkömmlichen Archiv-Infrastruktur betrieben, künftige Einsparungen lassen sich aber inzwischen gut abschätzen: bis zu 50% der Storagekosten sollen perspektivisch wegfallen. Der neuartige Blockchain-Anwendungsfall entwickelt sich damit zu einer handfesten Kostenersparnis für die METRO.

Durch den Einsatz moderner Technologien ist das System darüber hinaus auch für umfassende Echtzeit-Auswertungsmöglichkeiten ausgelegt. Gespeicherte Daten können dadurch in voller Tiefe über den gesamten Zeitraum der Aufbewahrungszeit ausgewertet werden und sind auch für mehrwertorientierte Anwendungen wie Data Warehouses nutzbar. „Wegen der großen Bedeutung langer Aufbewahrungszeiten im Archivierungskontext wurde streng darauf geachtet eine Lösung zu erstellen, die unabhängig vom Cloud-Anbieter lauffähig ist“, so Daniel Köhnen, verantwortlicher Domain Owner bei der METRONOM. Nachträgliche Anbieter-Wechsel werden somit optimal unterstützt.

METRO möchte das neue System entsprechend der hauseigenen Cloudstrategie im laufenden Jahr 2019 weiter ausbauen – geplant ist u.a. die Erweiterung des neuen Archivspeichers um Funktionalitäten und weitere Datenbestände. Ziel des Projekts ist es, klassische Archive in reine Cloudservices zu überführen.

Deepshore GmbH mit Sitz in Hamburg und Berlin versteht sich als Brainpool und Entwicklungszentrum für neue Konzepte und Lösungen im Zukunftssegment der verteilten Netze und Applikationen. Mit diesem Horizont bereiten wir den Weg für Compliance-Anwendungen in virtuellen Infrastrukturen wie der Cloud. Über wegweisende Konzepte gelangen wir zu praxistauglichen Standards und Anwendungen, die wir gemeinsam mit unserem strategischen Partner nextevolution zu Highend-Businesslösungen weiterentwickeln. Deepshore und das auf angewandte Mathematik und High-Performance-Computing ausgerichtete Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (Zuse-Institut Berlin, ZIB) unterhalten eine Forschungskooperation, deren Ziel die Entwicklung völlig neuer IT-Infrastrukturen ist, in denen erstmals Blockchain- und Big-Data-Technologien zusammengeführt werden. Die Kooperation wird durch die Bundesregierung gefördert und soll die Zukunft der IT von großen und kleinen Unternehmen nachhaltig verändern.