Berner Group setzt auf den Ausbau strategischer Partnerschaften.

Eine Außendienstlerin der Berner-Tochter BTI im Kundengespräch. Hinweise und Anregungen der Profihandwerker fließen in die Produktentwicklung ein. Die Berner Group bringt dieses know how in Strategische Partnerschaften, die sie mit namhaften Herstellern auf der ganzen Welt ausbauen will. (c) Quelle: Berner Trading Holding GmbH.

Der Umbau der Berner Group kommt schneller voran, als geplant. Das B2B-Handelsunternehmen wählt dafür einen Ansatz, der sich deutlich vom Wettbewerb unterscheidet. Die bislang regionalen Abteilungen Produktmanagement und Einkauf arbeiten jetzt zentral geführt als ein Europa-Team zusammen. Der Fokus liegt auf dem Ausbau strategischer Partnerschaften mit Herstellern weltweit. Die Berner Group erwartet durch die Verzahnung der Bereiche zu einem strategischen Holding-Team mehr Produktinnovationen, den Ausbau des Exklusivangebots und zusätzliche Einsparpotenziale. Dadurch schärft das Unternehmen sein Profil der Kundenzentrierung und der Digitalisierung. Für den neuen Bereich Strategische Partnerschaften sucht die Berner Group vor allem an den Standorten Köln und Künzelsau neue Mitarbeiter.

„Die klare Ausrichtung unseres Geschäftsmodells auf den Kunden und die Digitalisierung haben für uns strategische Bedeutung. Durch die internationale Verzahnung der Kernbereiche Produktmanagement, Logistik und Einkauf werden wir innovativer, exklusiver und gleichzeitig profitabler „, sagte Christian Berner, CEO der Berner Group.

In vielen Firmen gibt es die klassische Trennung von Produktmanagement und Einkauf. Die Prozesse laufen dort in der Regel nacheinander ab. „Wir gehen einen anderen, integrativen und ganzheitlichen Weg, weil wir innovativer werden wollen und gleichzeitig Geld und Zeit sparen möchten“, sagt Ingo Brauckmann. Er ist im Vorstand der Berner Group verantwortlich für Logistik und Einkauf (Supply Chain).

Teams aus der Beschaffungslogistik und aus dem Marketing Management International haben das neue Konzept gemeinsam entwickelt, das in den vergangenen Monaten erfolgreich umgesetzt wurde. Statt – wie bisher – regional und quer durch die unterschiedlichen Produktgruppen hindurch – arbeiten Marketing und Einkauf bei Berner jetzt zentral für alle Tochterunternehmen und innerhalb von definierten Produktgruppen. Das sind ideale Bedingungen, so Brauckmann, damit sich schnell Expertenwissen aufbaut, Denkfabriken bilden, Synergien gehoben und Innovationen erarbeitet werden. Neu ist nicht nur die enge Zusammenarbeit der beiden Kern-Bereiche, sondern auch die internationale Aufstellung als strategischer Holding-Bereich. Damit wird aus zahlreichen regional operierenden Abteilungen in 25 Ländern ein internationales Team. Produktmanager aus den Niederlanden oder Italien arbeiten bei Berner beispielsweise jetzt mit Einkäufern aus Österreich oder Frankreich Hand in Hand.

„Unsere Kunden sind in ganz Europa. Mit unserem strategischen Holding Team stellen wir uns jetzt bereits bei der Produktentwick-lung und dem Einkauf europäisch auf. So erkennen wir sehr früh Trends, auf die wir schneller und kundenfreundlicher reagieren können“, sagt Dr. Dorothea Varlam, Senior Director Marketing Management. Dabei geht es nicht nur um reine Produktinnovationen, sondern auch um die Entwicklung von ganzheitlichen Lösungspaketen, also zielgruppengerechten Produkten und Servicelösungen.

Damit die neue Organisation Erfolg verspricht, bedarf es auf der anderen Seite Geschäftspartner, die ihrerseits einen ganzheitlichen und innovativen Ansatz verfolgen. Daran mangelt es nicht. Die Berner Group hat inzwischen erfolgreich damit begonnen, einerseits die Zahl der rund 5.000 Lieferanten in Europa zu reduzieren, andererseits den Pool mit strategischen Partnern auszubauen. „Wir wollen stärker und enger vor allem mit denjenigen Partnern kooperieren, die das know how und die Fähigkeit besitzen, um gemeinsam mit uns Innovationen zu entwickeln“, sagt Vorstandsmitglied Ingo Brauckmann.

Dafür bringt die Berner Group in die Zusammenarbeit etwas ein, was den Produktherstellern fehlt bzw. was für sie hochinteressant ist – einen rd. 7.000 Personen starken Außendienst. „Wir wissen durch unseren Vertrieb sehr früh und sehr genau was Handwerksbetriebe oder die Industrie brauchen und wir haben die Vertriebsmacht, die gemeinsam mit den Herstellern neu entwickelte Produkte auch zu verkaufen“, sagt Ingo Brauckmann.

So ist es der neuen Abteilung in Zusammenarbeit mit einem Hersteller aus den USA gelungen, eine Produktreihe von neuartigen Boostern (Geräte zum Starten von Batterien) zu implementieren. Berner deckt mit diesen innovativen Produkten jetzt das gesamte Standardprogramm in diesem Segment ab. Für den Autohändler gibt es ein Startgerät, das ins Handschuhfach passt und für große stationäre Werkstätten bietet Berner jetzt Booster mit vielen neuen Funktionsarten.

Im neu geschaffenen Bereich Strategische Partnerschaften werden rund 60 Mitarbeiter verschiedener Nationalitäten zusammenarbeiten. Dafür sucht das Unternehmen bis spätestens Jahresende rund 10 weitere Spezialisten, hauptsächlich für die Standorte in Köln und Künzelsau. Dorthin fließt in diesem Jahr auch der Löwenanteil zusätzlicher Investitionen für den Ausbau der IT und für Schulungen.