ASB hilft mehr als 3.000 Familien im Nordirak

Quelle: obs/ASB-Bundesverband/ASB/Carsten Stork

Seit August 2014 flohen zehntausende Jesiden vor dem Terror und der Verfolgung der IS-Truppen. Tausende wurden ermordet, verschleppt oder starben an Hunger und Erschöpfung. Weitere zehntausende Familien harren seit Monaten in Flüchtlingslagern aus. Anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe weist der ASB erneut auf die angespannte Lage der Flüchtlinge im Nordirak hin und ruft zu Spenden auf.

Seit mehr als einem Jahr hilft der ASB den Flüchtlingen in den Camps Berseve I und II in der Nähe von Zakho. Nach der Winterhilfe konzentrierte sich das ASB-Engagement auf Hygienemaßnahmen und -aufklärung, die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge sowie den Aufbau von Sozialstationen. Aktuell herrschen im Irak Temperaturen um die 50 Grad. So werden selbst alltägliche Erledigungen erschwert. Viele Menschen besitzen nur das, was sie bei ihrer Flucht tragen konnten. Hinzu kommt, dass die meisten Familien in den Camps über keine eigenen Einkommensmöglichkeiten verfügen und fast komplett von externer Hilfe abhängig sind. „Wir unterstützen derzeit mehr als 3.000 Familien in den Camps Berseve I und II“, erzählt Edith Wallmeier, Leiterin der Auslandshilfe beim ASB-Bundesverband.

Neben der materiellen Unterstützung brauchen viele Menschen in den Camps auch psychologische Hilfe. Sie sind von ihren Erlebnissen traumatisiert. „Sie haben teils Unaussprechliches erlebt, Verwandte und Freunde verloren. Sie trauern, haben Angst und wissen nicht, ob sie je wieder zurück in ihre Heimat können. Das muss erst einmal verarbeitet werden“, berichtet Edith Wallmeier. Helfen können Ansprechpartner und die Einrichtung einer Anlaufstelle, um Menschen zu treffen und miteinander sprechen zu können. Dazu baut der ASB derzeit zwei Gemeindezentren. „Dort können wir Raum schaffen für Begegnung, Austausch und Hilfe.“

Außerdem unterstützten im März 2015 vier deutsche Ärzte und Rettungsassistenten des ASB die Gesundheitsstation in Berseve I. Die lokalen Gesundheitsbehörden (DoH) hatten den ASB zuvor um Unterstützung für die Strukturierung der Abläufe in den Gesundheitsstationen gebeten. „Sie haben in den vier Wochen die Behandlungsqualität verbessert. Statt wie bisher 300 Patienten, werden jetzt nur noch 150 Menschen pro Tag behandelt“, erklärt Edith Wallmeier. So haben die Ärzte mehr Zeit, sich wirklich um ihre Patienten zu kümmern, sie gewissenhaft zu untersuchen und zu behandeln.