107.500 Jobs in Deutschland gehen wegen Produktfälschung verloren

dbtv

Produktfälschungen kosten EU-Regierungen jährlich bis zu 167 Milliarden Euro an Steuern

Die EU-Regierungen verlieren jedes Jahr bis zu 167 Milliarden Euro durch die Aktivitäten von Fälschern. Das ist eine der Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Auswirkung von Fälschungen auf die globale Wirtschaft und den globalen Arbeitsmarkt, die aus dem kürzlich erschienenen Bericht „The risks of the online counterfeit economy“ des Online-Markenschutzspezialisten NetNames hervorgehen. Netnames, ein Tochterunternehmen der Corporation Service Company (CSC), hat dafür in Zusammenarbeit mit dem Centre for Economic Policy Research (Cebr) das Ausmaß der Produktpiraterie untersucht.

Der globale Fälschungsmarkt wird auf einen Wert von 1,59 Billionen Euro geschätzt. Unternehmen, deren Produkte gefälscht werden, verlieren an Umsatz, weil Verbraucher – oft unwissentlich – die Imitate kaufen. In Folge dessen gehen Regierungen Steuereinnahmen verloren. Zudem sind weltweit bereits bis zu 2,5 Millionen reguläre Arbeitsplätze verloren gegangen, darunter allein 107.500 Arbeitsplätze in Deutschland – der höchste Wert innerhalb der EU.

Treiber der Fälschungsindustrie ist der wachsende Welthandel. Der steigende Umfang von Importen und Exporten in vielen Ländern erschwert es zuständigen Aufsichtsbehörden, Warensendungen zu überprüfen und gefälschte Waren zu entdecken. Die Ausweitung von Handelsbeziehungen erlaubt Fälschern zugleich, komplexe Vertriebs-Netzwerke aufzubauen, die dazu beitragen, den Ursprung der Ware zu verstecken und eine Rückverfolgung zu verhindern.

„Während wir wissen, dass Fälschen ein zunehmendes, globales Problem ist, unterstreicht der Bericht deutlich dessen schockierenden wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Märkte rund um den Globus. Produktfälschungen sind dabei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesundheitliches und gesellschaftliches Problem – mit gefährlichen Imitaten, die die Gesundheit von Verbrauchern gefährden, und einer sehr besorgniserregenden Verbindung zwischen Produktpiraterie und organisierter Kriminalität“, so Stuart Fuller, Director of Commercial Operations bei NetNames. „Die Erkenntnisse müssen globale Marken und Vollzugsbehörden weiter dazu antreiben, eng zusammenzuarbeiten, um illegale Aktivitäten einzudämmen und die Innovation und den Wettbewerb zwischen Unternehmen zu schützen.“