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Robotisierung in der Logistik wird zu Kosteneinsparungen von 20 bis 40 Prozent sowie zu Qualitätssteigerung führen

(c) dbtv 2016

Die zunehmende Robotisierung der Logistik wird in den kommenden Jahren viele Arbeitsplätze für ungelernte Kräfte gefährden. Werden keine geeigneten Vorkehrungen getroffen, um diesen Prozess zu begleiten, so könnten allein in der Eurozone bis zu 1,5 Millionen Arbeitsplätze entfallen. Am stärksten betroffen sind die Bereiche Handel und industrielle Fertigung sowie ihre Logistikdienstleister. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Roland Berger-Studie „Of Robots and Men – in logistics: Towards a confident vision of logistics in 2025“.

„Aus mikroökonomischer Sicht scheint klar, dass Robotisierung sinnvoll und unausweichlich ist. Doch ihre makroökonomischen Konsequenzen sind noch unklar“, sagt Martin Streichfuss, Logistikexperte und Partner von Roland Berger. „Dass die verlorenen Arbeitsplätze durch gesteigerte Wertschöpfung oder Exporte aufgewogen werden können, ist im Bereich der Logistik längst nicht so offensichtlich wie etwa in der industriellen Fertigung.“

Gesamtkosten von Robotiklösungen sind rückläufig

Dank flexibel einsetzbarer und zusammenarbeitender Roboter wird die Amortisationszeit von Automatisierungslösungen in der Logistik schon bald auf unter drei Jahre fallen. „Die neue Technik sorgt schon jetzt dafür, dass Menschen und Maschinen ohne größere Umstellungen Seite an Seite in einem Lager zusammenarbeiten“, sagt Roland Berger-Partner Didier Brechemier. „Immer mehr Unternehmen überdenken deshalb ihre über Jahrzehnte gewachsene Arbeitsorganisation.“ Das operative Einsatzgebiet der Robotersysteme umfasst den Transport von Paletten, das Stapeln und Entstapeln, die Auftragsvorbereitung oder Palettierung und bald auch das Verladen. Logistikroboter haben sich rasant weiterentwickelt, seit die Internet-Giganten sie zu Speerspitzen ihrer Geschäftsausweitung gemacht haben. „Die Kosten sinken und die Lösungen werden immer ausgefeilter, so dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis Roboter in großem Stile in der Lagerwirtschaft Einzug halten“, prognostiziert Roland Berger-Experte Mehdi El Alami.

Die Kostenschwelle, ab der Robotiklösungen in den meisten Regionen Westeuropas wirtschaftlich rentabel sind, liegt derzeit zwischen 100.000 und 110.000 Euro pro System. Bis 2020 sollte der Preis vieler Anlagen unter 100.000 Euro liegen. Möglich wird dies dank der Entwicklung kostengünstiger Robotiklösungen durch Forschungsinstitute oder Startup-Ausgründungen. Sie sind beweglicher als die etablierten Giganten der Industrieroboterbranche und brechen den Markt mit technologischen Innovationen auf.

Durch die zunehmende Robotisierung erwartet daher die Logistikbranche eine Steigerung der Produktivität und höhere Gewinne. Die Kosten für die Warenabwicklung könnten durch den verstärkten Roboter-Einsatz um 20 bis 40 Prozent sinken – abhängig von Faktoren wie etwa der Komplexität der Bestellvorbereitungsprozesse, der Bandbreite der Bestellungen und der Gestaltung des Lagers. In der Regel reicht dieser Produktivitätsgewinn aus, um die Investition in eine neue Robotiklösung zu finanzieren.

Vorbereitung auf den massiven Einsatz von Logistikrobotern

Angesichts dieser Entwicklungen sollten sich Europas Regierungen bemühen, ihre Länder als attraktive Logistik-Hubs in größeren Clustern zu etablieren. Denn ein Fokus auf schärfere arbeitsrechtliche Vorschriften würde die Kapitalrentabilität von Robotiklösungen eher weiter steigern und so ihre Verbreitung vorantreiben.

Den Roland Berger-Experten zufolge sollte deshalb die Politik die Umstellung der Branche umsichtig begleiten, geeignete Rahmenbedingungen für einen ausgewogenen Robotisierungsprozess schaffen und die Logistikbranche ermuntern, ihr Geschäftsmodell vor dem Hintergrund dieser neuen Realität zu modernisieren.

„Robotisierung sollte weniger als Problem, sondern vielmehr als die Lösung betrachtet werden, um die Attraktivität eines Logistik-Hubs zu steigern und seine Wettbewerbsposition zu verbessern“, fasst Martin Streichfuss zusammen.

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